Kapuzinerstraße 46
A-4020 Linz |
gourmetklees: |
| Tel. 43 732 771169 |
essen: |
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service: |
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preis: |
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Gasthaus und Restaurant steht ganz groß auf der Hauswand des Agathon geschrieben. „Eine Vorwarnung?“ denken wir uns im Nachhinein. Wir haben diese leider ignoriert und sind zu fünft an einem Freitagabend ins Agathon gegangen, um dort top motiviert einen gemütlichen und kulinarisch hochwertigen Abend zu verbringen. Im Lokal angekommen, lässt die Ausstattung noch auf einen positiven Ausgang des Abends hoffen. Dunkle Tische und irgendwie heimelig – ideal für einen gemütlichen Abend mit Freunden.
Ein erster Blick in die Weinkarte zu Beginn, da noch ein Gast fehlt. Der Standardblaufränkische vom Zantho, in jedem Billa für um die 6 EUR erhältlich, um knappe vier Euro das Achterl. Aus Prinzip, auch wenn der Wein okay ist, kann ich ein so überteuertes unspektakuläres Achterl nicht bestellen. Alle anderen Rotweine sind teurer. Ein neuer Blick in die Getränkekarte macht mich fündig und ich bestelle den Hauswein um unter 3 Euro, der sich ein paar Seiten weiter hinten kleingedruckt versteckt (wahrscheinlich unter der Gasthausrubrik). Eine Freundin bestellt ein anderes Achterl Roten, das sie reklamiert, da Muckerln drinnen schwimmen. Genauso wieder im zweiten Glas. Nervig ganz einfach und die Reaktion vom Kellner auf diese Reaktion dürftig. Zusammenfassend ist die Weinauswahl inkl. Preisgestaltung eine große Enttäuschung.
Als Vorspeise teilen wir uns zu zweit eine „große Portion gratinierte Feigen“ mit Gänseleber und Salat um stolze 12 EUR. Zu stolz der Preis für diese mickrigen 2 Feigen und der Gänseleber. Vom Saustall am Teller möchte ich gar nicht erst berichten. Ein gehobener Restaurantpreis für eine möchte-gerne kreative Vorspeise. Puh, für diesen Preis muss wirklich was anderes geliefert werden. Essbar, aber bei weitem keine 12 EUR wert und die Kombination unpassend.
Das Angebot an Hauptspeisen ist groß und reicht von Chile con Carne, Traditionellerem über Fisch bis Erdnusscurry. Bei diesem Kuddelmuddel beschleichen mich gleich Zweifel: „Beherrscht dieser Koch wirklich so viele verschiedene Küchen?“. Vorweg: leider nein. Meine Muscheln in Tomatensauce um 12 EUR waren zwar schmackhaft, aber wenig und wurden ohne Brot oder Fritten serviert. Auf meine Frage, ob Brot dabei ist, hat der Kellner nur gemeint, dass ich Gebäck pro Stück kaufen kann. Völlig unpassend standen Mohnflesserln und Salzstangerln zur Auswahl für 1,20 EUR pro Stück. Ahja, das Brotkörberl wurde vom Kellner gebracht und dann kurzerhand wieder weg genommen, da er es für einen anderen Tisch benötigte. „???„ standen auf unserer Stirn geschrieben – sagen konnten wir nichts mehr.
Zwei verschiedene Currys wurden bestellt, die beide offenbar in den 80iger Jahren steckengeblieben sind, als hierzulande die Currygewürze noch schwer zu haben und nicht bekannt waren. Beide „Currys“ waren Zutaten mit Kokosmilch. Essbar durchaus, aber eben kein Curry und für 12 EUR auch überteuert. Dann noch TK-Erbsen im Fischcurry… Auweia, das lässt mich die Zubereitung aller Speisen in diesem Gasthaus/Restaurant in Frage stellen.
Der gegrillte Fisch mit Eierschwammerlrisotto war ein visueller Schock. Das Teller übervoll mit Salatblättern auf denen der Reiseintopf mit Schwammerln präsentiert wurde und oben drauf der Fisch. Der Reis mit Schwammerln war stark überwürzt, essbar, aber sicher kein Risotto, da bei weitem zu flüssig. Der Fisch gut, aber für 16 EUR auch durchaus ein stolzer Preis.
Am Tisch haben sich kurz die Geister geschieden, ob man es gut findet, wenn der Koch (und Eigentümer ?) ins Lokal kommt und fragt, ob das Essen schmeckt. Eigentlich, so einigten wir uns, finden wir das gut, aber nicht, wenn er Plastikhandschuhe trägt. Diese Handschuhe waren dann doch eher unpassend.
Summasumarum: das Essen ist Wanna-be-international und dafür eindeutig überteuert. Die gespaltene Persönlichkeit dieses Lokals hat sich durch den ganzen Abend gezogen. Wäre ich eine Restaurantberaterin würde ich raten: Reduktion der Speisenauswahl auf Basis der Kernkompetenz des Kochs! Oder wenn das nicht gewünscht ist, dann bitte Fortbildung dahingehend, dass die Bilder, die man im Kopf hat, wenn man Curry oder Risotto bestellt, auch Wirklichkeit werden.
Last, but no least: das Service. Maximal unteres Wirtshausniveau. Der Kellner hat vor lauter sich selber reden hören wollen, auf unsere Wünsche und Bestellungen vergessen. Gleichzeitig zu viel von unserer Zeit durch sein Geschwafel konsumiert. Nein, danke! Die Brotkorbaktion war dann noch eine Spezialleistung. Seine Kollegin ist mehrmals an unserem Tisch vorbei gegangen, ohne die leeren Teller abzuservieren oder uns generell eines Blickes zu würdigen.
Mir scheint - und so wurde es auch von meinen in Linz ansässigen Freunden erzählt - hat diese Lokalität schon bessere Zeiten erlebt. Aktuell würde ich kein zweites Mal hingehen! Leider. Aber vielleicht wird es ja mal wieder besser, weil das Potenzial grundsätzlich da ist.